48. Harzburger Musiktage Internationale Festspiele
09. - 17. Juni 2017
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Glanzvolles Finale, 19. Juli 2014: »Baroque Rivalries – Divenduell»

Ein großer Barockabend darf bei den Harzburger Musiktagen nicht fehlen und wird erstmals zum glanzvollen Finale geboten. Schauplatz ist am 19. Juli 2014 wieder die Lutherkirche in Bad Harzburg.

Cappella Gabetta

Andres Gabetta (Konzertmeister)
Sol Gabetta, Weltstar am Violoncello, erfüllte sich mit der "Cappella Gabetta" einen musikalischen Traum: Mit ihrem Bruder Andrès Gabetta als Konzertmeister und einer handverlesenen, hoch qualifizierten Musikern legte sie gefeierte Programme aus Barock und Frühklassik auf. Die damit ebenfalls zu Weltruhm gelangte „Cappella Gabetta“ unter Andrès Gabetta gestaltet das großartige Barock-Finale der 45. Harzburger Musiktage. Das vor drei Jahren gegründete Ensemble feierte seither Erfolge sozusagen am Fließband, in Paris (Salle Gaveau), Hamburg (Musikhalle), München (Prinzregententheater), Zürich (Tonhalle), Berlin (Philharmonie) sowie auf bedeutenden Festivals wie dem Musikfest Bremen, dem Festival Baroque de Lyon oder dem Rheingau Musikfestival. Parallel dazu produziert die Capella CD-Einspielungen mit Sol Gabetta bei Sony Music. Die Cappella Gabetta beschränkt sich allerdings keineswegs auf die Zusammenarbeit mit der Cellistin. Auch andere renommierte Instrumentalisten, Sängerinnen und Sänger wie die Sopranistin Simone Kermes, die Mezzosopranistin Vivica Genaux, die Sopranistin Nuria Rial, der Trompeter Gábor Boldoczki und der Violinist Giuliano Carmignola werden für gemeinsame Konzert- oder Aufnahme- Projekte mit barocker oder frühklassischer Musik gewonnen. Konzertmeister Andrés Gabetta gilt als brillanter Barockviolinist. Für eine Aufnahme der Brandenburgischen Konzerte von Bach (Naxos) mit seinem eigenen Ensemble, den Swiss Baroque Soloists, wurde er für einen Grammy nominiert.

Cappella Gabetta im Internet


Simone Kermes

Für ihre CD „Colori d`amore“ erhielt sie 2011 den Echo Klassik in der höchsten Kategorie als „Sängerin des Jahres“. Nur eine von unzähligen Auszeichnungen. Die Sopranistin Simone Kermes sammelt große Preise wie manche Menschen Briefmarken: Den Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik, den Diapason d`Or, den Midem Award, den Choc le monde de la Musique und Gramophon Magazins Recording of the Month nennt sie ihr eigen. Die Sängerin, von der das Online-Lexikon Wikipedia geheimnisvoll berichtet, sie sei „vermutlich 1970“ in Leipzig geboren, feierte als dramatischer Koloratursopran Erfolge. Operngastspiele führten sie nach New York, Paris, Lissabon, Kopenhagen, Moskau, Peking und an die deutschen Staatsopern. Sie gab Solokonzerte und Liederabende in ganz Europa, den USA und in Japan, sang in der Carnegie Hall New York, im Großen Saal des Moskauer Konservatoriums und im Palau de la Musica Barcelona.

Simone Kermes im Internet
Vivica Genaux

Sie ist weltberühmt für ihre Barock-Interpretationen. Vivica Genaux gelang vor zehn Jahren der internationale Durchbruch als die Mezzosopranistin auf der CD „Arias for Farinelli“ die Countertenor-Partien sang. Die Aufnahme wurde ein Bestseller und für den Grammy nominiert. Vivica Genaux, 1969 im us-amerikanischen Fairbanks geboren, wuchs im Bundesstaat Alaska als jüngstes Kind einer schweizerdeutschen Mutter und eines US-amerikanischen Vaters auf. Ihr Weg zur gefeierten Sängerin verlief dabei keineswegs schnurgerade. Vivica Genaux lernte zunächst Geige und studierte in Texas Biologie. Ihre Leidenschaft aber gehörte stets dem Gesang, neben Geigenausbildung und naturwissenschaftlichem Studium nahm sie beständig Gesangsunterricht. Eine Entscheidung, die sich auszahlte. Mit ihrer ersten Rolle in Rossinis Oper „L’italiana in Algeri“ an der Florentine Opera in Milwaukee startete Vivica Genaux in eine großartige Karriere.

Vivica Genaux im Internet


Die Werke

Die großen Meister ihrer Zeit liefern die musikalische Munition für die Austragung barocker Rivalitäten, die die Cappella Gabetta unter Andrés Gabetta im Wortsinn „zeitgemäß“ präsentiert. Mit Simone Kermes und Vivica Genaux leben zwei der aktuell erfolgreichsten Opernstars in einem fulminanten Konzert einen legendären Bühneneklat des 18. Jahrhunderts nach. Wobei Kermes und Genaux ihr Programm mit einem Duett beschließen, während sich 1727 die Primadonnen Francesca Cuzzoni und Faustina Bordoni auf offener Bühne im „King’s Theatre“ in London unflätig beschimpften. Mitreißende Opernarien der Barockzeit von Händel, Hasse, Pollarolo, Ariosti und Bononcini (der seinerzeit den Stoff für den unglaublichen Diven-Streit lieferte) werden in der Lutherkirche erklingen.
Der im wahrsten Sinn des Wortes tonangebende Komponist der opera seria des Spätbarock und auch des fulminanten Festival-Finales in Bad Harzburg ist allerdings nicht Giovanni Bononcini, sondern ein Deutscher. Mit fünf Arien ist Johann Adolph Hasse (1699 - 1783) im Programm vertreten, der drei Jahre nach dem Londoner Sängerinnenkrieg eine der Kombattantinnen, Faustina Bordoni, heiratete, während Francesca Cuzzoni nach dem kurzem Ruhm der Bühnen-Randale als Knopfmacherin lebte und völlig verarmt starb.
Hasse war ohne Frage zu seiner Zeit der einflussreichste deutsche Komponist und schon zu Lebzeiten europaweit eine Berühmtheit. Die musikverliebten Venezianer ehrten den jahrzehntelang als Hofkapellmeister in Dresden wirkenden Hasse für seine 1730 im Karneval von Venedig uraufgeführte Oper „Artaserse“ mit dem Beinamen „Il divino Sassone“ (Der göttliche Sachse). Aus dem Meisterwerk erklingt die Arie „Va' tra le selve ircane“. Nicht fehlen darf allerdings auch das Stück, das dem Konzert den Titel gab: Im Programm der „Baroque Rivalries – Divenduell“ zu hören sein wird selbstverständlich auch die Arie „Spera che questo cor“ aus Bononcinis Oper „Astianatte“, über die sich die Primadonnen dereinst so zerstritten.