48. Harzburger Musiktage Internationale Festspiele
09. - 17. Juni 2017
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„Alte Musik - Hille Perl & Friends”, 21. Juni 2013: Werke großer Komponisten des 16./17. Jahrhunderts präsentieren das „Los Otros“-Trio mit Nele Gramß (Gesang) und Johannes Gontarski (Bandora)

Ein großer Barockabend darf bei den Harzburger Musiktagen nicht fehlen und wird am 21. Juni in der Lutherkirche geboten: Die Gambistin Hille Perl ist mit ihrem „Los Otros“-Trio (Lee Santana - Theorben, Laute, Cister, Gitarre - und Steve Player - Tanz, Gitarre, Laute -) zu Gast und präsentiert gemeinsam mit Nele Gramß (Gesang) und Johannes Gontarski (Bandora) große Werke „aus dem Umfeld Peter Paul Rubens”.

Los Otros („Die Anderen“) sind auf Alte Musik spezialisiert. Gemeinsam gründeten Hille Perl, Lee Santana und Steve Player das auf Original-Instrumenten spielende Instrumentalensemble 2001. Große Spiellaune, Virtuosität und ein nahezu blindes Verständnis untereinander bescheinigt die Kritik den Musikern. Gleich mit ihrem Erstlingswerk, der CD „Tinto“ sicherten sich Los Otros den ECHO Klassik in der Kategorie „Alte Musik“.

Die Mezzosopranistin Nele Gramß studierte in Würzburg, München und Amsterdam, beschäftigt sich vorzugsweise mit der Musik des 17. Jahrhunderts. Neben dem Oratorium ist die Kammermusik ihr wichtigstes Betätigungsfeld: bei „Movimento“ und „Gesualdo Consort Amsterdam“ ist sie festes Mitglied.

Johannes Gontarski reist mit Theorben, Laute, Cister und Gitarre im Gepäck nach Bad Harzburg - und komplettiert das musikalische Familientreffen, denn er ist der Schwiegersohn des Paares Hille Perl und Lee Santana. Der gebürtige Hannoveraner studierte in seiner Heimatstadt und in Bremen.

Die Werke

Die „Musikkultur im diplomatischen Umfeld Peter Paul Rubens“ ist auch eine barocke Europareise, die von den Niederlanden über Frankreich, Spanien und England nach Italien führt. Den Auftakt machen Werke, die der niederländische Dichter, Sammler und Schöpfer von Geusenliedern, Adriaen Valerius (1570 - 1625) zusammengetragen hat. Seine Lieder erschienen unter dem Titel Nederlandtsche Gedenck-Clanck („Niederländische Gedenk-Klänge“).

Frankreichs Farben vertreten Etienne Moulinié (1599 - 1676) und Jacques Cordier (1580 - 1655). Moulinié trat fünfjährig in die Sängerschule an der Kathedrale Saint-Just in Narbonne ein. Als Komponist erlangte er mit zahlreichen Veröffentlichung geistlicher und weltlicher Werke hohes Ansehen. Cordier war Zeitgenosse von Lully und Moliere und Tanzlehrer am Hofe Ludwig XIII., aus seiner Feder stammt der Tanz „Le Bocan“.

Asturiano, Sanz, Hidalgo, Casseda sind die spanischen Komponisten, deren Werke in der Lutherkirche erklingen werden. Die bekanntesten unter ihnen sind der Gitarrist Gaspar Sanz, der 1674 zudem das seinerzeit bedeutendste Lehrwerk für Barockgitarre veröffentlichte, und der Harfinist Juan Hidalgo de Polanco.

Den englischen Part des Barockabends bestreiten die Komponisten William Lawes (1602 - 1645) und Richard Sumarte (gestorben nach 1630). Lawes komponierte weltliche Musik und Lieder, geistliche Anthems und Motetten für die königlichen Gottesdienste sowie große Suiten für Gambenconsort zu drei bis sechs Stimmen. Sumarte war bei weitem nicht so bekannt wie Lawes, komponierte vor allem Musik für Gambe.

Das italienische Finale steuert schließlich Girolamo Kapsberger (1580 - 1651) bei. Der italienische Lautenist und Komponist war deutscher Abstammung. Bei seinen Zeitgenossen in Venedig und Rom stand er als Komponist in hohem Ansehen und wurde mit Claudio Monteverdi verglichen.